Historischer Kurpark Bad Homburg v.d. Höhe

Der Bad Homburger Kurpark gilt als einer der größten und schönsten Deutschlands sowie als ein Musterbeispiel für die Gartenkunst des bekannten preußischen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné (1789-1866).

Im Kurpark konzentrieren sich die meisten Denkmäler der Kurstadt - beeindruckende Brunnenbauten, Gebäude und zahlreiche Denkmäler. Mit einem Pflanzenbestand von über 2100 großen Bäumen und zahllosen Sträuchern sowie mit 82 Baum- und Straucharten ist der denkmalgeschützte Bad Homburger Kurpark auch in botanischer Hinsicht sehr abwechslungsreich. Für Naturliebhaber bietet er zudem ein besonderes Erlebnis: in den Abendstunden durchströmen kühle, vom Taunus kommende Winde den Park und bringen angenehm frische Luft. Englische Kurgäste fanden diese Ende des 19. Jahrhunderts so angenehm, dass sie von der „air of champagne", der Champagnerluft, sprachen. Seit Jahren wirbt nun Bad Homburg erfolgreich mit seinem Slogan „Champagnerluft und Tradition".

Wie nahm alles seinen Anfang?

Der Anlage des Kurparks ab 1854 ging mit der medizinischen Nutzung der Heilquellen und dem Aufbau der Spielbank der allmähliche Aufstieg der armen Landgrafschaft Hessen-Homburg zum renommierten Kurort voraus. In wenigen Jahren entstanden Hotels, das Brunnenhaus, das Kurhaus und auch der Kurhausgarten (1843).

Das Herzstück des  heutigen Kurparks zwischen dem heutigen Schwedenpfad, der Kaiser-Friedrich-Promenade, der Kisseleffstraße und dem Paul-Ehrlich-Weg wurde nach Entwürfen des bekannten kgl.-preußischen Gartenbaudirektors Peter Joseph Lenné (1789-1866) ab 1854 im Stile des klassischen englischen Landschaftsgartens angelegt: große Rasenflächen, malerische Baumgruppen, Weiher, Netz geschwungener Wege im Stile einer natürlich anmutenden idyllischen Landschaft. Wichtig waren Lenné hierbei die Sicht- oder Blickachsen, die den Blick der Besucher lenken sollten.

Erste Erweiterung mit Einbeziehung der bereits bestehenden Brunnenallee erfolgten 1857 durch Lenné sowie 1867 durch Ferdinand Jühlke (1815-1893), dem Nachfolger Lennés in Potsdam. Von 1881 bis in die 1930er Jahre wurde der Kurpark von der Firma des kgl-preußischen Gartenbaudirektors Heinrich Siesmayer in Bockenheim bei Frankfurt gepflegt. Als einer der ersten Absolventen der von Lenné gegründeten Gartenbaulehranstalt in Potsdam arbeitete Heinrich Siesmayer im Lennéschen Sinne und gab diese Tradition an seine Nachfolger, so auch Sohn Philipp Siesmayer, weiter. Die Siesmayer-Anlagen im Kurpark - Rosarium, Gartenanlage vor dem Kaiser-Wilhelms-Bad, Jubiläumspark - fügen sich somit in die Lenné'sche Anlage ein und greifen Konzepte des Meisters auf.

Einen gravierenden Einschnitt in die Lenné'sche Parkgestaltung stellte erst die zwischen 1961-71 auf Bestreben der Stadt erfolgte Asphaltierung der Wege dar, die den Besuchern bei jedem Wetter erlauben sollte, sauberen Fusses durch den Park zu flanieren. Diese Asphaltierung der Wege wurde erst in den 80er und 90er Jahren wieder entfernt; die Brunnenallee und das historische Pflaster im Jahre 2000 entsiegelt.
Die Pflege des Kurparks ist seit 1978 dem Grünamt der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe und der Stadtgärtnerei anvertraut, die sich bei der Pflege am Kurparkpflegewerk orientieren, das die Kur- und Kongress-GmbH als Liegenschaftseigentümerin Ende der 80er Jahre erarbeiten lies und das die Pflege im Lenné'sche Sinne weiterführt.